Energie- und Ressourceneffizienz im Sonnenlandpark: Natur erleben und Ressourcen bewusst einsetzen

Der Sonnenlandpark Lichtenau liegt mitten in Sachsen und verbindet Freizeitpark, Wildpark, Indoorspielwelt und Hotel auf einem rund 35 Hektar großen Gelände mit Wiesen, Waldflächen, Tiergehegen und einem See. Seit der Eröffnung im Jahr 2006 spielen erneuerbare Energien, intelligente Technologien und die Erhaltung der natürlichen Gegebenheiten des Parkgeländes eine Rolle bei der Weiterentwicklung des Parks.

Strom aus Sonnenenergie

Ein wichtiger Baustein ist die Nutzung von Photovoltaik. Bereits seit 2007 produziert der Sonnenlandpark mit mehreren Photovoltaikanlagen Strom für Netzeinspeisung und Eigenverbrauch. Die Anlagen verfügen zusammen über eine Leistung von rund 2.300 kWp und erstrecken sich über eine Fläche von etwa 15.250 m². Das entspricht mehr als zwei Fußballfeldern.

Der jährliche Anlagenertrag liegt bei rund 2.288.000 kWh. Zum Vergleich: Diese Strommenge entspricht rechnerisch ungefähr dem Jahresverbrauch von 850 Haushalten. Die Photovoltaikanlagen wurden unter anderem auf Flächen eingesetzt, die gleichzeitig als überdachte Parkplätze genutzt werden. Aber auch Indoorhalle und Hoteldach wurden damit versehen.

Seit 2023 ergänzen Energiespeicher mit einer Kapazität von 210 kWh die Energieinfrastruktur von Park und Hotel. Zusätzlich stehen Besuchern acht E-Ladesäulen und zwei Schnelllader zur Verfügung.

Attraktionen bewusst ausgewählt

Auch bei der Auswahl und Gestaltung der Attraktionen wird auf den Energiebedarf geachtet. Der Sonnenlandpark setzt bewusst nicht auf große Anlagen wie klassische Achterbahnen mit hohem Strombedarf. Bei größeren Fahrgeschäften werden energieeffiziente Systeme berücksichtigt.

Die größte neue Attraktion kommt beispielsweise fast ohne Strom aus – die Erlebnispyramide mit Spiralrutsche, Skywalk und Aussichtsplattform. Lediglich für die integrierten Fahrstuhl braucht Strom und war notwendig, um dieses Erlebnis mit gigantischer Aussicht Barrierefrei zu machen. 

Gleichzeitig gibt es zahlreiche Attraktionen/Erlebnisse, die keinen Strom benötigen, sondern durch Muskelkraft betrieben werden. z.B. der Riesenrutschturm, Kettcar-Strecke, Abenteuerspielplatz, Klangspielzeuge, Fitness-Parcours, Schlauchrutschparadies, Allwetterrutsche, Wackelfahrräder und der Wildpark. Bewegung, Geschicklichkeit und gemeinsames Spielen stehen hier im Mittelpunkt. Damit entsteht ein vielseitiges Freizeitangebot, das technische Fahrgeschäfte mit stromunabhängigen Erlebnisangeboten verbindet.

Viel Grün statt viel Versiegelung

Ein großer Teil des Sonnenlandparks ist durch Wiesen, Bäume, Waldflächen und Wasser geprägt. Rund 80 Prozent der Parkfläche sind Grünflächen. Die Parklandschaft wurde mit vielen Sträuchern und gärtnerischen Elementen aufgewertet, zusätzlich zu gegebenen Waldflächen, und ist damit ein prägender Bestandteil des Besuchserlebnisses.

Bei den Wegen wird darauf geachtet, versiegelte Flächen möglichst gering zu halten. Naturnahe Wegeflächen finden sich nicht nur im Wildpark, sondern fast im gesamten Parkgelände. Sie tragen dazu bei, dass Niederschlag besser in den Boden gelangen kann und die natürlichen Eigenschaften des Bodens erhalten bleiben. Der Parkplatz besteht zudem aus recyceltem Asphalt.

Der Baumbestand ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Parklandschaft. Nachdem natürliche Waldbestände in den vergangenen Jahren durch Borkenkäfer, Trockenheit und Stürme geschädigt wurden, setzt der Sonnenlandpark bei der Wiederaufforstung auf besser angepasste und vor allem trockenheitsresistentere Baumarten. Aus den früheren Kiefernbeständen soll so ein artenreicherer Waldbestand entstehen.

Weitere Maßnahmen im Parkbetrieb

Auch im laufenden Betrieb gibt es verschiedene Ansätze, Energie und Ressourcen bewusster einzusetzen. Die Beleuchtung wurde in allen Bereichen auf LED-Technik umgestellt – unter anderem in Innenräumen, im kompletten Hotelkomplex und bei den saisonalen Lichterwelten. Außerdem wird E-Mobilität innerhalb des Parkbetrieb eingesetzt.

Im Gastronomiebereich achtet der Sonnenlandpark auf regionale Lieferketten und ressourcenschonende Prozesse. Wenn im Selbstbedienungsbereich Einweggeschirr erforderlich ist, werden kompostierbare Behälter eingesetzt. Das verwendete Besteck wird gespült, Getränke werden in Mehrwegflaschen angeboten und Portionsbeutel wurden aus dem Sortiment entfernt.

Auch die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird unterstützt: Die Fahrtzeiten des ÖPNV wurden an das Besucherverhalten angepasst.

Natur erleben und Verantwortung übernehmen

Die verschiedenen Maßnahmen sind Teil eines langfristig angelegten Ansatzes, den der Sonnenlandpark seit seiner Eröffnung verfolgt. Dabei geht es nicht um eine einzelne Maßnahme, sondern um viele konkrete Entscheidungen – von der Energiegewinnung über die Auswahl der Attraktionen bis zur Gestaltung der Parklandschaft und den täglichen Betriebsabläufen.

So verbindet der Sonnenlandpark Familienerlebnisse mit einer Parklandschaft, in der Natur, Tiere, Bewegung und Freizeitangebote zusammengehören.